Eberstein im März 2026 – Ungenutzte Gebäude reaktivieren, Ortskerne beleben und gleichzeitig das Klima schützen: Mit diesen klaren Zielen startete die Klima- und Energie-Modellregion (KEM) Görtschitztal gemeinsam mit ihren drei Mitgliedsgemeinden und zusätzlich Brückl ein interkommunales Projekt zum Leerstandsmanagement. Beim offiziellen Kick-off-Event gaben Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Gemeindevertreter sowie die Universität Graz den Startschuss für eine strukturierte Zusammenarbeit gegen die Verödung von Dorf- und Stadtkernen.
Ob ehemalige Gasthäuser, verwaiste Geschäftslokale im Zentrum oder ungenutzte Gewerbebrachen am Ortsrand – Leerstand betrifft fast jede Gemeinde. Die Folgen sind oft ein Attraktivitätsverlust der Ortskerne und eine fortschreitende Bodenversiegelung durch Neubauten auf der „grünen Wiese“. Genau hier setzt das neue Schwerpunktprojekt der KEM an. Durch ein professionelles, gemeindeübergreifendes Leerstandsmanagement sollen ungenutzte Immobilien systematisch erfasst, Eigentümer mobilisiert und nachhaltige Nutzungskonzepte entwickelt werden.
Bodenschutz ist aktiver Klimaschutz
Für das KEM-Management steht fest, dass die Wiederbelebung alter Bausubstanz ein mächtiger Hebel im Kampf gegen die Klimakrise ist:
„Jeder erfolgreich reaktivierte Leerstand schont unsere wertvollen Bodenressourcen und spart tonnenweise CO₂ ein, das sonst bei einem Neubau entstehen würde“, erklärt KEM-Manager Mario Altenberg. „Vorhandene Infrastruktur wie Straßen, Kanalisation und Stromnetze ist bereits da – wir müssen sie nur wieder mit Leben füllen. Das stärkt die lokale Wirtschaft und sichert die Lebensqualität direkt vor unserer Haustür.“
Gemeinsam statt einsam: Interkommunale Kooperation im Fokus
Das Besondere an der Initiative ist der regionale Ansatz. Statt dass jede Gemeinde das Rad neu erfindet, arbeiten die Kommunen der KEM und zusätzlich Brückl eng zusammen. In den kommenden Monaten wird in einem ersten Schritt eine digitale, einheitliche Leerstandserhebung durchgeführt. Auf Basis dieses regionalen Katasters werden anschließend maßgeschneiderte Strategien für die Praxis entwickelt – von innovativen Wohnkonzepten über Co-Working-Spaces bis hin zur Zwischennutzung durch Kultur und Handwerk.
Auch die politischen Vertreter:innen der Region stehen voll hinter dem Projekt. Bürgermeister Andi Grabuscshnig, Bürgermeister von Eberstein, betont beim Kick-off:
„Der Druck auf unsere Ortskerne hat sich in den letzten Jahren sichtlich verschärft. Als Gemeinden haben wir alleine oft nicht die Ressourcen für ein professionelles Leerstandsmanagement. Durch die KEM bekommen wir das nötige Werkzeug und die fachliche Begleitung an die Hand, um das Thema endlich koordiniert und nachhaltig anzugehen.“
Nächste Schritte: Eigentümer:innen einbinden
Nach dem erfolgreichen Auftakt geht es nun direkt in die Umsetzungsphase. Ein zentraler Baustein wird dabei auch die Sensibilisierung und Unterstützung von privaten Immobilieneigentümerinnen und -eigentümern sein. Die KEM wird hierbei als Beratungs- und Vernetzungsplattform agieren, um Hürden abzubauen und neue Perspektiven für scheinbar „hoffnungslose“ Objekte aufzuzeigen.
Gefördert wird das zukunftsträchtige Regionalprojekt aus Mitteln des Klima- und Energiefonds im Rahmen des KEM-Programms.