BRÜCKL / HÜTTENBERG / EBERSTEIN / KLEIN ST. PAUL – Leerstehende Geschäftslokale, ungenutzte Wohnhäuser und verwaiste Bausubstanz in den Ortskernen: Was in vielen ländlichen Regionen als Symbol des Strukturwandels gilt, wird im Görtschitztal jetzt aktiv angepackt. Die Görtschitztaler Gemeinden setzen mit der Klima- und Energiemodellregion Görtschitztal (KEM) verstärkt auf die Belebung und Aktivierung von Leerständen. Ziel ist es, brachliegendes Potenzial zu nutzen, die Ortskerne attraktiv zu gestalten und Bodenversiegelung nachhaltig einzudämmen. Unterstützt werden die Gemeinden dabei von der Universität Graz, die Leerstandsanalysen erstellt und Belebungskonzepte ausarbeitet.
Ortskerne stärken statt neue Flächen versiegeln
„Jeder Leerstand ist eine verpasste Chance, aber gleichzeitig ein enormer Raum für neue Ideen“, heißt es aus den Bürgermeisterämtern der Region. Ob Wohnraum für junge Familien, Start-up-Flächen, Werkstätten oder gemeinschaftlich genutzte Begegnungsorte – das Görtschitztal bietet Potenzial, das durch eine gezielte Erfassung und Vermittlung nutzbar gemacht werden soll.
Durch die Aktivierung von bestehenden Gebäuden wird nicht nur wertvolle Infrastruktur wiederverwendet, sondern auch der Zersiedelung und dem Verlust von Grünflächen entgegengewirkt. Damit folgen die Gemeinden auch aktuellen Richtlinien des Landes Kärnten zur Baulandmobilisierung und Innenentwicklung.
Dialog auf Augenhöhe mit Eigentümerinnen und Eigentümern
Der Schlüssel zur erfolgreichen Aktivierung liegt bei den Immobilieneigentümern. Oft stehen Gebäude aus Sorge vor Aufwand, Unklarheit über Nutzungsmöglichkeiten oder aufgrund von Erbschaftsfragen leer.
Von der Bestandsaufnahme zu konkreten Ideen
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie leerstehende Geschäftsflächen, verwaiste Gebäude und Brachflächen im Gemeindegebiet reaktiviert werden können. In den Workshops widmen sich die Teilnehmer*innen in mehreren Arbeitsgruppen konkreten Fragestellungen:
- Welche Nutzungskonzepte machen für die jeweilige Gemeinde Sinn (z. B. Co-Working, Handwerk, soziale Treffpunkte oder Wohnen)?
- Welche Hürden gibt es bei der Aktivierung und wie lassen sich diese überwinden?
- Welche Fördermöglichkeiten und Unterstützungsstrukturen stehen Eigentümern zur Verfügung?
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Leerstand nicht nur als Problem, sondern vor allem als Chance für neue, innovative Ideen gesehen wird. Besonders betont wird die Wichtigkeit einer engen Kooperation zwischen den Gemeinden, den privaten Eigentümern und engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Daher wird auch die Errichtung einer Art Plattform für diese Personengruppen angestrebt.
Aufruf an die Bevölkerung und Immobilieneigentümer
Die Gemeinden rufen alle Eigentümerinnen und Eigentümer von leerstehenden Objekten im Görtschitztal dazu auf, mit der Koordinationsstelle Kontakt aufzunehmen. Gleichzeitig sind Gründer, Handwerker, Vereine und Wohnungssuchende eingeladen, ihre Raumbedarfe zu melden.
Pressekontakt & Ansprechpartner:
RM Regionalmanagement Mittelkärnten GmbH
KEM Görtschitztal
Unterer Platz 10
9300 St. Veit/Glan
Ansprechperson: Mario Altenberg, MSc.
Telefon: 0644 – 10 78 362
E-Mail: mario.altenberg@mittelkaernten.at